Mai 2026 - Werte leben, statt definieren
- 27. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Ich sass vor meinem Notizbuch und starrte auf das Wort „Freude“. Ich bereitete einen Vortrag vor. Es fühlte sich an wie diese schönen Worte, die man oft von Coaches hört, die sich gut anfühlen, aber im echten Leben doch irgendwie schwer zu greifen sind.
In der Coaching-Welt ist es üblich, genau hier zu starten: Wir listen unsere Werte auf. Freiheit, Sicherheit, Wachstum, Authentizität, Respekt, Freude, ... Am Schluss reduzieren wir sie auf die wichtigsten drei. Das ist ein wertvolles Tool. Es gibt uns Sprache für das, was uns wichtig ist. Ich selbst habe es in meiner Arbeit oft genutzt und gesehen, wie erleichternd es sein kann, dem eigenen Chaos Namen zu geben.
Und hier kommt das Aber: Eine Liste ist statisch. Das Leben ist dynamisch. Wir können „Freiheit“ aufschreiben und uns trotzdem in einem Job gefangen fühlen, der uns einengt. Wir können „Gesundheit“ als Wert definieren und trotzdem über unsere Grenzen gehen.
Die eigentliche Frage ist also nicht: Kenne ich meine Werte? Sondern: Lebe ich sie gerade?
Und: Brauchen wir eine Liste unserer Werte zur Orientierung? Oder folgen wir im entscheidenden Moment einfach unserem Bauchgefühl und leben so unsere Werte quasi automatisch?

Wenn ich auf meinen eigenen Weg zurückblicke, erkenne ich Muster, die schon immer da waren – lange bevor ich sie benennen konnte. Da war dieses tiefe Bedürfnis nach Freiheit. Starre Vorgaben und fixe Arbeitszeiten haben mich nicht nur eingeengt, sie haben sich körperlich falsch angefühlt. Ich wollte selbst entscheiden. Ich wollte maximale Flexibilität.
Und ich wollte verstehen, warum ich etwas tue. Es musste Sinn ergeben. Ich habe immer gerne gearbeitet, wenn ich Freude in der Tätigkeit fand und den Sinn dahinter sah. Ausserdem war es mir immer schon wichtig, meine Kreativität einbringen zu können und mich nicht nach sturen Regeln bewegen zu müssen.
Damals dachte ich einfach: „So bin ich halt.“ Heute weiss ich: Das war kein Trotz. Das war mein Kompass.
Wie viel davon ist Erziehung? Wie viel wurde uns beigebracht oder vorgelebt? Und wie viel tragen wir schon immer in uns? Ich weiss es nicht abschliessend. Aber ich habe gelernt, meinem Bauchgefühl zu vertrauen. Es ist oft ehrlicher als der Verstand. Wir spüren sofort, wenn etwas nicht stimmt. Wenn ein Umgangston respektlos ist. Wenn wir uns in einem Umfeld unwohl fühlen. Oder wenn wir etwas tun, das zwar „vernünftig“ klingt, sich aber innerlich schwer anfühlt.
Bevor Ringana in mein Leben kam, hatte ich nur ein diffuses Gefühl von «Da fehlt etwas. Da muss mehr sein». Ich hatte auch keine Werte-Liste. Und erst mit dem Start mit Ringana kam dieses leise „Ja“, als ich die Menschen und die Haltung dahinter spürte.
Dieses „Ja“ war der Treffpunkt meiner tiefsten Werte. Die Art, wie wir dort arbeiten, wie wir miteinander umgehen, wie wir Produkte sehen. Das war alles nur der äussere Ausdruck einer inneren Haltung, die ich schon immer hatte. Die Begriffe kamen erst später.
Vielleicht ist das die Ergänzung, die wir oft vergessen: Nutze die Tools, die dir helfen, dich zu orientieren. Aber vertraue am Ende bei der Entscheidung deinem Körper mehr als dem Papier. Wenn du das tust, was du gerne machst und worin du gut bist, dann entsteht daraus automatisch ein Mehrwert für andere. Du musst dich nicht verbiegen, um nützlich zu sein. Indem du deinen Gaben folgst, landest du genau dort, wo deine Werte gelebt werden.
Mein Impuls für dich diese Woche: Nimm dir eine Situation vor, in der du eine Entscheidung treffen musst.
👉🏼 Was sagt dein Verstand? (Was wäre vernünftig? Was steht auf deiner Werte-Liste?)
👉🏼 Was sagt dein Körper? (Wird es weit oder eng? Leicht oder schwer?)
Wenn beides übereinstimmt: Grossartig. Wenn nicht: Frag dich, welchem Signal du gerade mehr glaubst.
Ein Angebot für mehr Tiefe und Präsenz Genau um dieses Spannungsfeld zwischen „Kopfwissen“ und „gefühltem Sein“ geht es auch in einem besonderen Event, das mir sehr am Herzen liegt. Vom 19.-21. Juni 2026 findet in der BlueBox Bern das I AM Seminar mit CHAN statt. Ich habe Chan spontan gefragt, ob er in die Schweiz kommt, weil ich spüre, dass seine Art zu lehren genau die Brücke schlägt, die wir brauchen. Er ist unglaublich klar und authentisch und gleichzeitig tief und nahbar. Es geht nicht darum, neue Konzepte zu lernen, sondern darum, wieder vollständig bei sich selbst anzukommen – jenseits von Listen und Definitionen. Weil mir echte Verbindung wichtig ist, findet das Seminar in einer sehr kleinen Runde statt (max. 18 Plätze). Schau gerne hier vorbei: I AM. Seminar |
Herzlich Catia 💜



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